Kürbissuppe nach Eckart Witzigmann

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Neulich sagte Johann Lafer in einem Interview zum neuen Buch, dass er zusammen mit Eckart Witzigmann geschrieben hat, dass dieser ihn zu sich nach Hause eingeladen habe, um über alles zu sprechen und bei der Gelegenheit auch was kochen würde. Eine Kürbissuppe. Lafer habe sich gedacht: „Mensch, da bin ich schon mal beim Witzigmann daheim zum Essen und dann kocht der ausgerechnet das langweiligste Gericht der Welt“. Die Suppe sei dann aber so gut gewesen, dass Lafer hinterher meinte, er würde jederzeit eigens nach München fahren um diese wieder bei Witzigmann zu essen. Das hat mich neugierig gemacht, denn mir geht es wie Lafer – ich finde, Kürbissuppe und überhaupt Kürbis, außer als Füllung in Ravioli, braucht wirklich kein Mensch. Aber ich habe mich eben auch gefragt, wie anders und wieviel besser so eine Suppe wohl schmecken kann, wenn einer wie Witzigmann sie macht. Also Buch gekauft und gestern nachgekocht. Die kurze Antwort: Um Welten besser. Und vermutlich war ich noch nicht mal nah dran. Und ich habe gelernt, was es heisst, sich mit ganzer Hingabe, ein paar Zutaten und der richtigen Technik einem so einfachen Produkt wie dem Kürbis zu widmen und einfach das Beste aus ihm heraus zu holen, ohne ihn irgendwie zu verfremden oder zu verfälschen.

Sehr un-langweiliger Tofu

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Einfach gut und kein Ersatz für irgendwas. 500 g in dicke Stücke geschnittenen Tofu ein paar Stunden marinieren mit: 5 EL heller & 2 EL dunkler Sojasoße, 2 fein geriebenen Knoblauchzehen, 1 fein geriebenen, daumengroßen Stück Ingwer, 1 EL Ketchup, 1 TL Sesamöl. Tofu aus der Marinade nehmen und in etwas Öl anbraten, nach und nach die Marinade dazugießen und einreduzieren lassen bis sie den Tofu gut ummantelt. Dazu? Salat, Reis, Gemüse, Nudeln oder als Füllung von Sommerrollen.

Schweinsbraten for one und der (verbotene) Krusten-Trick

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Gestern war, bedingt durch den heutigen Feiertag, in den Läden der Teufel los. Mein Metzger um die Ecke hatte am Abend genau noch ein einziges Stück Fleisch. Schweineschulter, vielleicht 800 Gramm, wahrscheinlich irgendein Abschnitt. Gut sah es trotzdem aus, ich bin eh der einzige Fleischi im Haus und außerdem kann man mit so ein bisschen auch mal was ausprobieren. Und drei Erkenntnisse tät ich gern mit Euch teilen: Schweinsbraten muss nicht immer für fünf Personen, es muss nicht immer die braune Bier-Kümmel-Soße sein. Und: Ich hab wirklich den einen Trick für Euch, mit dem die Kruste garantiert immer klappt, auch wenn ich für den wahrscheinlich aus Bayern ausgewiesen werde.

Fast Food

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Auch wenn mir nichts mehr zum Kochen einfällt und ich auch keine Lust drauf habe: Fertiggerichte gibt es nie (Ausnahme: Fischstäbchen mit Ketchup) und lauwarme Bringdienst-Gerichte in Plastikschachteln turnen mich auch ab. Deshalb gab es heute Fast Food: Süßkartoffel, Zwiebel, Maiskolben, Paprika, Kohlrabi, neue Kartoffeln und Karotte grob zerteilt. Mit ein bisschen Olivenöl, Salz, Rosmarin, Salbei und Knoblauch auf ein Blech. Die Vorbereitung schaffe ich in unter fünf Minuten und man kann natürlich unendlich variieren. Dann alles für 20-25 Minuten bei 200 Grad in den Ofen, die letzten fünf Minuten ein bisschen Ziegenkäse drüber schmelzen lassen und alles ist gut.

Koch-müde

fühlen

Heute erster Spargel, aus Ungeduld geradezu knackig untergart. Dazu Cordon Bleu, fünf Mal so dick wie es sein soll und wie ein fettiger Stein. Außerdem neue Kartoffeln, ebenfalls halb roh. Keine Hollandaise, da zu genervt. Gestern: Roggen-Sauerteigbrot mit flüssigem Kern, un-rettbar und unter Fluchen in die Tonne. Vorgestern schwergängigen Korken mit plötzlichem Ruck aus der Flasche gezogen und mir selbst auf die Fresse gehauen. Seitdem Gesichts-Schmerzen und Riss in der Oberlippe. Morgen werde ich mich vermutlich selbst flambieren. Kurz: Ich brauche dringend eine Selbst-Koch-Pause und sehne mich nach geöffneter Gastronomie.

P.S.: An den Resten vom missglückten Cordon Bleu rumgenascht und dabei einen halben Zahnstocher mit runtergeschluckt, den rauszuziehen ich wohl vergessen hatte. Ich glaube, ich schließe die Küchentür heute mal lieber von außen ab.

Open Philly Cheese Steak 23 Uhr

Allgemein

Nachts vor dem offenen Kühlschrank, wenn keiner dabei ist und zuschaut, essen wir das, worauf wir WIRKLICH Bock haben. Vor allem unter den Nachwirkungen einer zehn (!) Stunden andauernden Videokonferenz, vor der man zu busy und nach der man zu aufgekratzt war, etwas zu essen. Vom Feinschmecker zum Grobschmecker. Und, ach, ist sowas dann geil: Stück Ciabatta aufschneiden und in der Pfanne anrösten. Rindersteak salzen und zusammen mit einer grob geschnittenen Zwiebel medium rare braten. Fleisch kräftig pfeffern aus der Pfanne, Zwiebeln mit einem Schuss Wein oder Bier ablöschen – halt mit dem, was man gerade trinkt. Fleisch in dicke Streifen schneiden, auf das Brot geben, Zwiebeln drauf und im Ofen mit maximaler Oberhitze fünf Minuten dick mit Scheibletten (richtiger Käse keine Option!) überbacken. Ketchup drauf. Reinbeißen. Rumkleckern.