Die Letzten

fühlen

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Seit vierzig Jahren wohnen Erna und Erich hier. Sie haben sich auf der Weihnachtfeier des Jagdwaffenkombinats kennengelernt. Er arbeitete in der Fertigung als Graveur, sie in der Verwaltung. Ihr gefiel seine künstlerische Ader, sein handwerkliches Geschick und, das er nicht so roh war, so viel quatsche und soff, wie die anderen Kerle. Er mochte ihre kluge Art, ihre Zuverlässigkeit und Ordnungsliebe. Am Rande der Kleinstadt wurde damals für die Arbeiter aus den Fabriken innerhalb von ein paar Jahren ein ganzes Plattenbau-Wohngebiet hochgezogen. Russisches Modell. Wie überall im Land. Erna und Erich bekamen eine der modernen Drei-Zimmer Wohnungen. Ihr Block lag am äußeren Rand der Siedlung, nach vorne sah man nur Platte, soweit das Auge reichte, aber nach hinten, erstreckten sich, am Fuße des Hügels, auf dem das ganze Wohngebiet stand, weite Wiesen, die bis zum Rand eines dichten Waldes reichten. Hier war die Stadt zu Ende.