Ich bin leer.

fühlen

Ich habe hier schon seit einigen Monaten die Texte für ein zweites kleines Buch liegen. Ich muss sie nur noch überarbeiten und redigieren. Wollte ich schon lange gemacht haben. Aber ich kann mich nicht dazu bringen, anzufangen. Jede einzelne Geschichte hat irgendwie mit Orten zu tun, die, ob nah oder fern, im Moment unerreichbar sind. Und mit anderen Menschen, deren Nähe, egal ob fremd oder vertraut, mir immer so wichtig war und die nun schon ein Jahr offenbar gefährlich ist. Deshalb bringe ich es einfach nicht fertig, an den Geschichten zu arbeiten. Ich bringe es eigentlich gerade kaum fertig, überhaupt was zu schreiben. Ich glaube, nach einem Jahr mit praktisch ausschließlich Selbstgekochtem, fällt selbst mir langsam nichts mehr ein. Youtube ist leer-geglotzt, die Blogs leergelesen, der letzte Stoß Kochbücher halbherzig durchgeblättert. Ich hab einfach keinen Bock mehr. Dafür, dass was Kreatives rauskommt aus dem Kopf, muss immer mal auch was Neues rein. Und im Falle der Küche heisst das: Sich immer nur in den eigenen kulinarischen vier Wänden bewegen, führt irgendwann zur Stagnation. Genau so geht es mir mit dem Musikmachen. Ich habe so viel geübt, dass ich so flüssig spielen kann, wie noch nie. Nur, was spielt es für eine Rolle, wie gut ich spiele, wenn es keine(r) hören kann? Und was inspiriert mich? Motiviert mich? Spotify? Youtube? Schön und gut, aber ein verficktes JAHR LANG? Keine Chance. Meine Privat-Kocherei wird’s überleben. Mein Musikmachen auch. Aber was der Kunst und Kreativität im Ganzen verloren geht, ist noch gar nicht abzusehen. Alles scheint nur noch Selbstzweck. Selbsterhalt. Selbstbetrachtung. Selbstfütterung. Noch ein paar Tage, noch ein paar Wochen, Monate. Und dann was? Ich habe keine Antwort. Natürlich halte ich mich an alles, was beschlossen wird. Und harre aus. Und ich hab heute keine Lust mehr, die Dinge positiv zu sehen. Ich bin leer, ich habe alles rausgeholt, was noch drin war. Schluss, aus, keine Pointe heute.

Ein Gedanke zu “Ich bin leer.

  1. Ich gehe jetzt die Überarbeitung meiner Gedichte an. Hab vier Wochen Urlaub dafür eingeplant. Ich wünsch dir mehr Mut. Ich denke, wenn du deine Welt in den Geschichten festgehalten und am Leben erhalten hast, dann könnte es doch auch ein Trost sein, darin einzutauchen. Die Zeit jedenfalls ist günstig fürs einsame Arbeiten und bei Literatur kann einem keiner helfen. Da muss man allein und ohne Ablenkung durch. Wenn Corona vorbei ist, kommen wieder die Ablenkungen und man kommt wieder nicht zu dem, was so wichtig ist. Ich gehör übrigens auch zu jenen Menschen, die gern Aufschieben. Prokarationation. War schon in der Schule und an der Uni so .. Du dagegen scheinst eine leichte Depression bekommen zu haben. Ich sende dir Kraft und Zuversicht. Wir schaffen das! 😉

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