Schluss mit dem Mischmasch!

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Der optische Wert eines Gerichts übersteigt heute an vielen Stellen den, seines Geschmacks. Wir sind über Instagram & Co so sehr auf eine bestimmte Ästhetik gepolt. Das heisst: Alles wird gestapelt, in Ringe gezwängt, überall noch irgendein Knusper obendrauf, Soße Sirup-dick, damit sie sich gut drüberklecksen lässt. Wie es am Ende schmeckt, bzw. wie gut es sich essen lässt, wurscht. Hauptsache es sieht gut aus. Ich habe ja schon lange sämtliche Deko aus meinen Rezepten verbannt. Es kommt nur auf den Teller, was geschmacklich zum Gericht gehört. Und ich will eigentlich noch einen Schritt weiter und die Sachen auch so auf dem Teller platzieren, wie sie sich am besten essen lassen. Das Gericht hier, Entenkeule, Selleriepüree, Romanesco, ginge nach Insta-Stil so: Diesen dummen, mit dem Löffel verschmierten Püree-Klecks auf den Teller, Fleisch drauf, ein winziges bisschen Gemüse und am Schluss einen Löffel Soße im Kreis drumherum gekleckert. Sieht fürs Foto gut aus. Doch wenn man ein, zweimal mit dem Besteck dran war, ist es nur noch Matsch. Deshalb, auch hier, ab sofort nur noch: Hübsch anrichten ja, aber so, dass nicht nur das Fotografieren, sondern auch das Essen Spaß macht.

Mein erster Tahdig Reis

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Ich hab nicht an den Farben gedreht. Dieses persische Nationalgericht sieht durch reichlich Safran wirklich so brüllend gelb aus. Ich wollte das schon ewig machen, gestern Abend als Premiere und Volltreffer. Wahnsinnig luftiger, lockerer Reis mit einer knusprigen Kruste voller Geschmack von Safran und guter Butter. Drüber ein paar Cranberries, Mandeln und Granatapfelkerne. Mein Kumpel Malakoff versicherte glaubhaft, das sehe aus, wie von seiner Großmutter. Mein Blogger-Buddy Ramin meinte, dafür gebühre mir die persische Staatsbürgerschaft. Das macht doch Mut. Rezepte gibt’s zuhauf im Netz. Nachmachen lohnt sich wirklich – der Reis passt zu vielem, was man sonst mit normalem Reis serviert hätte. Bei uns: Khoreshte Fesenjan, ein Hühner-Schmortopf mit Granatapfel und Walnuss. Der aber geschmacklich komplett schiefgegangen ist. Soviel zur Erdung.