Fast Food

schmecken

Auch wenn mir nichts mehr zum Kochen einfällt und ich auch keine Lust drauf habe: Fertiggerichte gibt es nie (Ausnahme: Fischstäbchen mit Ketchup) und lauwarme Bringdienst-Gerichte in Plastikschachteln turnen mich auch ab. Deshalb gab es heute Fast Food: Süßkartoffel, Zwiebel, Maiskolben, Paprika, Kohlrabi, neue Kartoffeln und Karotte grob zerteilt. Mit ein bisschen Olivenöl, Salz, Rosmarin, Salbei und Knoblauch auf ein Blech. Die Vorbereitung schaffe ich in unter fünf Minuten und man kann natürlich unendlich variieren. Dann alles für 20-25 Minuten bei 200 Grad in den Ofen, die letzten fünf Minuten ein bisschen Ziegenkäse drüber schmelzen lassen und alles ist gut.

Koch-müde

fühlen

Heute erster Spargel, aus Ungeduld geradezu knackig untergart. Dazu Cordon Bleu, fünf Mal so dick wie es sein soll und wie ein fettiger Stein. Außerdem neue Kartoffeln, ebenfalls halb roh. Keine Hollandaise, da zu genervt. Gestern: Roggen-Sauerteigbrot mit flüssigem Kern, un-rettbar und unter Fluchen in die Tonne. Vorgestern schwergängigen Korken mit plötzlichem Ruck aus der Flasche gezogen und mir selbst auf die Fresse gehauen. Seitdem Gesichts-Schmerzen und Riss in der Oberlippe. Morgen werde ich mich vermutlich selbst flambieren. Kurz: Ich brauche dringend eine Selbst-Koch-Pause und sehne mich nach geöffneter Gastronomie.

P.S.: An den Resten vom missglückten Cordon Bleu rumgenascht und dabei einen halben Zahnstocher mit runtergeschluckt, den rauszuziehen ich wohl vergessen hatte. Ich glaube, ich schließe die Küchentür heute mal lieber von außen ab.

Open Philly Cheese Steak 23 Uhr

Allgemein

Nachts vor dem offenen Kühlschrank, wenn keiner dabei ist und zuschaut, essen wir das, worauf wir WIRKLICH Bock haben. Vor allem unter den Nachwirkungen einer zehn (!) Stunden andauernden Videokonferenz, vor der man zu busy und nach der man zu aufgekratzt war, etwas zu essen. Vom Feinschmecker zum Grobschmecker. Und, ach, ist sowas dann geil: Stück Ciabatta aufschneiden und in der Pfanne anrösten. Rindersteak salzen und zusammen mit einer grob geschnittenen Zwiebel medium rare braten. Fleisch kräftig pfeffern aus der Pfanne, Zwiebeln mit einem Schuss Wein oder Bier ablöschen – halt mit dem, was man gerade trinkt. Fleisch in dicke Streifen schneiden, auf das Brot geben, Zwiebeln drauf und im Ofen mit maximaler Oberhitze fünf Minuten dick mit Scheibletten (richtiger Käse keine Option!) überbacken. Ketchup drauf. Reinbeißen. Rumkleckern.

Kind of Japan

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Ich denke mir ja selten Gerichte komplett aus. Zu weit ist das Feld der Klassiker aus aller Welt, die ich mir noch nicht er-kocht habe. Umso erstaunter war ich gestern über dieses Gericht, das mir wirklich in Echtzeit während des Kochens einfach so eingefallen ist. Vorher wusste ich nur: Ich hab diesen Bomben-Kabeljau und will den irgendwie Japan-Style machen. Der Rest war Stück für Stück Impro mit dem, was mich so an Vorräten ansprang. Also, mein kleiner, eigener Klassiker im Japan-Spirit: Skrei mit süß-salziger Glasur (Mirin & helle Sojasoße), Sushi-Reis, Stengel-Brokkoli und Rettich.

Bärlauch-Spätzle mit altem Bergkäse

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Nach meiner Beobachtung ist es ein Foodie-Tick, Bärlauch zu hassen. Ob es daran liegt, das er irgendwann plötzlich überall war, oder an seinem metallischen Nachgeschmack und seiner begrenzten Verträglichkeit? Ich gestehe, dass ich im Grunde auch zur Bärlauch-Hass-Fraktion gehöre. Ich finde aber auch, dass man generell mehr vom Leben hat, wenn man seine Vorurteile nicht all zu stark kultiviert. Außerdem bin ich Ostdeutscher, Bärlauch ist gratis und auf sowas fahren wir einfach ab, da kann man nix machen. Die Bärlauchspätzle waren richtig gut. Dadurch, dass der Bärlauch kurz gekocht wird, verliert er das Penetrante. Und nur mit ein bisschen Butter und einen, zugegeben luxuriösen, alten Bergkäse, ist das ein einfaches, aber irgendwie auch perfektes kleines Frühlingsgericht.

Lammkeule „Daddy-Style“

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Mein Vater und ich haben schon Lammkeulen gemacht, als Lammfleisch für die meisten Leute in Deutschland noch etwas total Exotisches war. Ich hab sie schon damals, vor vielleicht 25 Jahren total geliebt. Und für morgen mach ich mein Osterlamm wieder einmal so, wie ich es von Papa kenne und am meisten liebe: Nicht rosa und auf den Punkt, sondern mürbe geschmort und mit intensiver Soße. Für alle, die an Ostern noch Lust auf Lammbraten haben, gibt’s das Rezept schon heute.