Fuck Lieferdienst!

schmecken

Eigentlich neige ich nicht zum Predigen. Ich bin selbst inkonsequent genug und versuche, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Das trifft besonders auf die Ernährung zu, denn die ist eine intime Sache. Deshalb belasse ich es auch hier im Blog dabei, eher ein bisschen zu inspirieren und zu motivieren. Was mich allerdings wirklich rasend macht: Schon klar, über das letzte Jahr haben wir uns soviel liefern lassen, wie nie zuvor. Kann ich verstehen. Doch gerade jetzt, wo wir endlich wieder raus dürfen, werben hier in München gleich zwei Einkaufs-Lieferdienste damit, Lebensmittel ohne Extrakosten innerhalb von 10 Minuten nach Hause zu liefern. Zum einen will ich gar nicht wissen, welche Strukturen und Arbeitsbedingungen nötig sind, um das zu ermöglichen. Weniger als moderne Sklaverei wird’s schon nicht sein. Und dann frage ich mich, was eigentlich an den eigenen vier Wänden so unglaublich spannend ist, dass man sie ums Verrecken am besten für nichts mehr verlassen will. Genug geschimpft. Ich sag es mal positiver: Es gibt hier (und in den meisten Städten) ein paar so wunderbare Lebensmittelläden – heute für mich der unglaubliche Verdi Süpermarket in der Landwehrstraße, da ist es, gerade an einem freien Samstag, nach ausführlicher Trödellei und Frühstück im Café eine absolute Freude, einzukaufen. Mir geht einfach das Herz auf, wenn ich die Frische und die ganzen Farben sehe und rieche und einfach durch den Laden gehen kann und einpacke, was mir gerade gefällt, ohne überhaupt groß drüber nachzudenken, was später draus werden soll. Was gut ist und mich anmacht, das kommt einfach mit. Denn aus guten Zutaten kann man immer was gutes machen. Heute, zum Auftakt aus meinem Warenkorb: Rosa gebratene Lammkotletts, Kichererbsenpüree und bunten Karottensalat. FUCK Lieferdienst!

Karottensalat:

Bunte Karotten schälen und in dünne Scheiben schneiden. In gut mit Salz und Zucker gewürztem Wasser blanchieren, nicht zu knackig. Wenn man violette Karotten dabei hat, diese separat blanchieren, sonst färben sie alles blau. Abschrecken. Salz, Chilliflocken, Rapsöl, Zitronensaft, Zitronenschale, Honig. Eine halbe Stunde ziehen lassen, nochmal abschmecken und reichlich frischen Koriander untermischen.

Kichererbsenpüree:

Kichererbsen aus der Dose abgießen. Mit ein bisschen Ras el Hanout, Knoblauch und einem Schuss Wasser eine Viertelstunde weich dünsten. Zitronensaft, Zitronenabrieb, ein bisschen Honig, Chilliflocken dazu und fein pürieren. Etwas Sesamöl und reichlich Olivenöl unterziehen.

Lammkotletts:

Lammkotletts beim Metzger doppelt dick schneiden lassen, also zwei Rippen pro Stück. Fleisch und Fett von den Rippchen parieren. Kotletts mit Rosmarin, Knoblauch und Olivenöl 15 min. marinieren. Salzen, von allen Seiten gut anbraten, bisschen pfeffern und im Ofen bei 120 Grad gar ziehen lassen. Herausnehmen und fünf Minuten ruhen lassen. Dann halbieren und anrichten.

2 Gedanken zu “Fuck Lieferdienst!

  1. Lieferdienste für Lebensmittel – insbesondere Gemüse Fleisch für mich tabu
    Manchmal geht es nicht anders-
    Es macht Spaß sich Anregungen auf dem Markt zu holen und wenn die Maskenpflicht fällt- die Schlangen wieder erträglich werden….
    Danke f den treffenden Beitrag
    Lg M Kuhl

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