Thunfisch Taco

schmecken

Ich hab es ja schon oft gesagt, und sage es wieder: Wer seine kulinarischen Vorurteile all zu stark kultiviert, der bringt sich potenziell um die besten Sachen. Ich war jahrelang der festen Überzeugung, kein mexikanisches Essen zu mögen – für mich stets eine braune Hackfleischpampe mit Bohnen, Käse und diesen schrecklichen Nacho Chips (am besten noch, wie im Kino, mit Analogkäse überbacken). Im Lockdown dann irgendwann große Ratlosigkeit, was man noch kochen könnte, gepaart mit „Die Geschichte des Tacos“ auf Netflix. Und, oh Wunder: Da geht ja richtig was. Nun zum ersten Mal mit Fisch und ganz ohne Bohnen und Käse. So erfrischend und sexy, gerade im Sommer. Rezept schreiben lohnt nicht, einfach machen: Saure Sahne, Guacamole, Tomate, Gurke, rote Zwiebeln, Salat, kurz gebratener Thunfisch, gerösteter Mais, Mangowürfel. Alles auf den Tisch. Individuell zusammen basteln, reinbeißen, rumkleckern.

Samma wiada guad

fühlen

Ich bin gerade sehr zufrieden: Am Nebentisch in der Kneipe hat sich eine Runde von vier Arbeitskollegen zum Thema Corona lautstark fast die Köpfe eingehauen. Ganz harter, scharfer, unversöhnlicher Ton. Jede(r) hatte gute Argumente aber es wurde bestimmt eine halbe Stunde lang immer schärfer und lauter. Mir war danach, mich kurz dazu zu setzen, anzumerken, dass es toll sei, zu streiten, aber man möge sich doch darauf besinnen, den / die Andere(n) auch noch lieb zu haben und mal miteinander anstoßen. Ein bisschen Überraschung über meinen Vorstoß, aber dann doch Einlenken und Anstoßen. Und jetzt, oh Glück, viel leiserer, weicherer Ton, Lachen, „I würd doch ned mit dia diskutiern wenn i di ned meng dad.“ Ich muss grinsen, die Runde merkt’s und prostet mir zu. So ist das schön. Ich diskutiere sehr gerne mit Leuten, die Sachen anders sehen, als ich (außer mit Rechten, ich hab’s versucht, es bringt einfach nix). Aber dann lasst uns eben nicht vergessen: Nur weil einem jemand nicht zustimmt, ist er nicht per se ein blöder Arsch.

Gratin von Kartoffeln und grünen Bohnen

schmecken

Die letzten fünf Tage war ich in Berlin. Mindestens einmal am Tag gab es was Aufregendes, Neues zu Essen. Alleine dreimal beim unglaublichen The Duc Ngo, meinem absoluten Lieblings-Gastrom. Doch jetzt, wieder zu Hause, wollte ich was Heimeliges, mit vertrauten Aromen und Konsistenzen. Zusammen mit meinem Salat Heinser gab es heute diesen Auflauf, an dem ich mich fast ein bisschen überfressen hab. Richtig Instagram-able ist der nicht, aber ich will da in Zukunft noch weniger drauf geben. Was er ist: Richtig lecker.