Ode an die Suppe

schmecken

Wenn ich mies drauf bin und Trost brauche, helfen bei mir kulinarisch drei Sachen. Fleisch mit Soße, Pasta und: Eine gute, heiße Suppe. Und, verdammt noch eins, wenn ich gerade so die Nachrichten höre, denke ich: Es wird wieder eine Menge Suppe brauchen, in den nächsten Wochen und Monaten.

Und was die Art der Suppe angeht, bin ich wie jeder Großstädter zwischen zwanzig und sechzig: Ich hab mittlerweile eine richtige Gier nach Ramen oder Phở. Weil die gleich alle drei Trost-Komponenten, Fleisch, Nudeln und Suppe, in einem liefern. Aber ich meine schon, wir sollten nicht vergessen, dass wir auch hierzulande eine tolle Suppen- und Eintopf-Palette haben. Nur hat sich hier die Unart gehalten, die Sachen zu lange, zu dick und zu weich zu kochen. Der olle Vincent Klink hat wieder mal recht, wenn er sagt, dass dann alle Eintöpfe zu so einer Art Militärgericht verkommen. Nicht, dass jedes Gemüse knackig und jede Suppe ungebunden sein soll. Aber es gibt auch beim Eintopf und Suppen-Kochen gute und schlechte Garpunkte und Konsistenzen.

Und, Konsistenz hin oder her: Nur eine gute Brühe gibt eine gute Suppe. Und ich liebe eine gute Brühe. Wenn ich in Wirtschaften und Landgasthäusern eine klare Rinderbrühe mit Einlage auf der Karte sehe, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Denn meistens heisst das, dass die Leute die Brühe selbst kochen. Und wenn sie das machen und diese dann auch noch gut ist, kann man, so meine Erfahrung, bedenkenlos alles bestellen, was auf der Karte steht, es wird immer gut sein. Außer vielleicht fleischlose Gerichte oder Desserts. 😉

An einer guten Brühe erkennst Du die gute Küche. So wie ich heute, in der Gaststätte der Münchner Großmarkthalle, einer der sicher besten und zugleich unter Auswärtigen (und sogar vielen Münchnern) relativ unbekannten Wirtschaften. Eine klare, kraftvolle Brühe, die ihre Kraft aber nicht durch zu viel Salz aufblasen muss, sondern die einfach rund ist, nach Rindfleisch schmeckt, mit etwas Fett, aber nicht zu viel und nur mit ein bisschen Pfeffer und Petersilie. Und in meinem Fall ein paar Klößchen aus hervorragendem, zartem, saftigen Brät der Haus-eigenen Kalbsbratwurst. Wenn danach noch ein Schweinsbraten folgt, stört es mich keineswegs. Ganz im Gegenteil, man ist kurz versöhnt mit der Welt, dem was ist und dem, was kommen mag.

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