Fisch Couscous ganz einfach

schmecken

Eigentlich wollte ich mich hier ausführlich darüber aufregen, dass die groteske „Debatte“ über das Thema „kulturelle Aneignung“ nun sogar in den Bereich Essen und Trinken schwappt. Meine liebe Frau meint aber, ich rege mich eh schon so viel auf. Also erspare ich es Euch und mir. Und schreibe Euch lieber, was mich drauf gebracht hat: Eine spontan beim Einkaufen erdachte Feierabend-Version von Fisch Couscous. Weder aus meinem eigenen Kulturkreis, was das auch immer heißen mag, noch irgendwie authentisch. Sondern, wie so oft, frei Schnauze und beeinflusst von ganz verschiedenen Dingen. Ein bisschen Nordafrika, ein bisschen Frankreich und einfach Lust und Laune.

Funky Flat

Allgemein

Es gibt ja einen Grund, aus dem dieser Blog „Musikgeschmack“ heisst. Denn Musik ist einfach das große Ding, das mich begleitet, seit ich denken kann. Ich meine, in den letzten 30 Jahren ist kein Monat vergangen, in dem ich keinen Drumstick in der Hand hatte. Sicher gibt’s Leute, die in fünf Jahren mehr am Instrument geschafft haben, als ich in dreißig. Aber es gehört einfach zu mir, wenn ich länger nicht spiele, fehlt mir was. Und irgendwie geht’s mir beim Trommeln, wie beim Kochen: Mich interessieren so viele verschiedene Richtungen, dass ich mich nicht auf eine spezialisieren kann und will, sondern einfach alles ausprobieren will, was ich geil finde. Und das heisst hier: Good old-fashioned funky vibes.

Bernd’s BBQ Kanal

fühlen

Bernds BBQ Kanal heisst: „Bernd’s BBQ Kanal“. Angefangen Videos zu drehen hat er mit einem Gasgrill vom Baumarkt auf seinem Balkon, mehr als Jucks. Bernd grillt einfach für sein Leben gerne. Eine seiner schönsten Erinnerungen aus seiner Kindheit in der DDR: Sommerabende im Schrebergarten, die Luft prall von Holzkohle-Rauch und Fett. Bratwürste, Cevapcici, Nackensteaks. Essen, das war auch immer Trost und Weltflucht aus dem eintönigen, reiz-armen Alltag. Heute ist Bernd Grill-YouTuber in Vollzeit. Auf seinem Haupt-Kanal folgen ihm eine halbe Million Menschen. Und nochmal zweihunderttausend auf Instagram und TikTok. Seinen Job bei einer Versicherung hat er an den Nagel gehängt und die Wohnung mit Balkon gegen ein Haus mit Garten im Berliner Umland getauscht. Bernd grillt, sprichwörtlich, alles, was Beine hat, außer Tischen und Stühlen. Jeden zweiten Tag ein Video plus Specials macht knapp 1500 Grillvideos in sieben Jahren. Die Community will bei Laune gehalten werden, denn die Konkurrenz von Typen, die wie Bernd, die davon träumen, davon zu leben, sich beim Grillen und Essen zuschauen zu lassen, ist groß.

Vincent Klink über Kartoffelsalat

Allgemein

„Beim Kartoffelsalat, da geht’s um Leben und Tod. Bei diesen traditionellen Gerichten kann so ziemlich jeder beurteilen, ob das Mist ist, oder nicht. Wenn man ein asiatisch inspiriertes Durcheinander serviert wo nix zusammenpasst, sagt halt jeder: Ja, exotisch, war interessant. Aber er hat halt keine Vergleichsmöglichkeit. Aber bei dem verdammten Kartoffelsalat, da kommen ja dann alle angeschissen und sagen, ja, aber bei meiner Großmutter hat der so und so geschmeckt. Das musst du erstmal mindestens so gut hinkriegen wie die!“

Mond über der Hansastraße

fühlen, sehen

Seit einem halben Jahr trinke ich keinen Alkohol mehr. Einfach keinen Bock, es reicht. Stattdessen zieht es mich oft noch spät ans Schlagzeug. Auch so eine Droge, die den Kopf aber nicht dicht, sondern schön frei und leer macht. Nach dem Spielen sitze ich gerne ein bisschen an den Bahngleisen, die direkt neben dem Proberaum-Komplex im Münchner Westen verlaufen, und trinke kaltes, alkoholfreies Bier von der Tanke. Heute ist es kurz vor ein Uhr nachts, ich bin verschwitzt und habe Durst. Doch, ich weiss nicht, ob das auch wieder so ein globaler Mangel ist: Heute scheint an allen Tankstellen das alkoholfreie Bier aus zu sein. Auch beim dritten Anlauf kein Glück.

Übermüdet mache ich mich mit dem Auto auf den Heimweg, der auch durch die Hansastraße führt. Mitten über der Fahrbahn, zwischen den Baumwipfeln hängt, unwirklich plastisch und nah, der perfekte, orange leuchtende Vollmond. Wahnsinn. Ich bin so gebannt, dass ich rechts ranfahre, um ein Foto zu machen. Vor lauter Gebanntheit, gepaart mit Müdigkeit und leerem Kopf, habe ich aber auch direkt vergessen, dass ich mir als Kulisse für meinen digitalen Kaspar David Friedrich den Straßenstrich ausgesucht habe. Ich bin noch nicht richtig ausgestiegen, da kommen drei Huren von der anderen Straßenseite auf mich zu. „Öh, ich will nur eben den Mond fotografieren.“ höre ich mich sagen. Sie scheinen nicht zu verstehen. „Du kannst fotografieren meine Pussy“ sagt die eine. „Nein, nein, der Mond!“ Ich zeige nach oben. Was rede ich da eigentlich? Doch auf einmal verstehen sie, rufen entzückt, holen auch ihre Handys aus den Taschen. Und so stehen wir zusammen auf der Straße und knipsen den Mond. Dann: „Gute Nacht, gute Schicht!“ Keine baggert mehr. Wahrscheinlich denken sie, dass ich komplett irre bin. Vielleicht auch nicht. Vielleicht fanden wir auch nur gemeinsam den Vollmond toll.


Auf dem Rest der Heimfahrt bin ich nachdenklich. Zum einen darüber, dass die drei Frauen schon den ganzen Abend an dieser Stelle standen, und nicht sahen, dass über ihnen der riesige Vollmond hing, weil sie zu beschäftigt waren mit der Suche nach Kundschaft. Zum anderen aber auch, weil ich mich frage, was wohl gewesen wäre, wenn ein anderer Autofahrer, der eventuell nicht des Mondes wegen da und so abgelenkt war, mein ziemlich schlecht geparktes, unbeleuchtetes Auto gestreift hätte. Und ich in der Konsequenz später hätte erklären müssen, was ich wohl da vor hatte. Ein Uhr nachts. Auf dem Straßenstrich. Und wie glaubwürdig meine Erklärung wohl gewesen wäre, ich hätte doch einfach nur den Mond fotografieren wollen…

Der perfekte Burger

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*RANT* Wenn man wissen will, wie es in der Breite um den kulinarischen Horizont der Deutschen bestellt ist, dann kann man den besonders gut anhand einer aktuellen Seuche bestimmen, auch und besonders hier in München: Burgerläden. Jeder dritte, tätowierte Gastro-Hipster zieht sich schwarze Gummihandschuhe an und baut in einem Bar-Ambiente, bei dem man sich nicht entscheiden konnte, ob man nun schick oder funky sein will, und deshalb beides nicht hinkriegt, irgendwelche Burger. Zwanzig verschiedene Varianten, gerne mit Berg- oder Blauschimmelkäse, Avocado, Miso, Kimchi oder, am allergeilsten: Gleich mit Wagyu und (natürlich industrieller) Trüffel-Majo. Oder ganz vegan. Mit mindestens drei Brotsorten und zehn Soßen zur Auswahl. Für 15 Euro das Stück, zuzüglich der unvermeidlichen Süßkartoffel-Pommes. Dazu gibt’s dann, auch für mindestens 15 Euro, Cocktails. Die Läden brummen in der Regel nach Eröffnung für ein paar Wochen, Monate, vielleicht auch ein, zwei Jahre, dann ist Schluss. Das Klientel hat vermutlich keine Ahnung von Essen, aber Burger, ja die kennt und versteht man. Aber da wir uns für was besseres halten, geht natürlich kein normaler, ordinärer Burger irgendwo am Grill, neeeiiinn, für uns muss es natürlich was Besonderes sein. Mainstream-Entsprechung: Hans im Glück. Die Vorhölle, höchstens noch übertroffen von Vapiano. Mit Freude erfüllt mich, obwohl ich niemandem, auch den Betreiber*innen von Hans im Glück-Filialen keineswegs den wirtschaftlichen Ruin wünsche, dass dieser bei uns im Münchner Westend gerade dicht machen musste. Vermutlich aber zugunsten des 20sten vietnamesischen Restaurants mit Bar-Atmo (nix gegen vietnamesiche Küche, gell, aber auch so ein Trend, von dem ich meine, es ist langsam mal genug). *RANT zu Ende*

Jetzt nochmal ohne (zugespitzten) Groll: Ich liebe Burger. Hier kommt die positiv Liste. Heisst: Für mich (!) isses das. Mehr oder andere Sachen mögen schmecken. Aber sie machen nichts besser, nur anders.

Von unten nach oben: Gutes Sesambrötchen, bisschen Senf, gutes, sparsam gewürztes, möglichst abgehangenes und grob gewolftes Rindfleisch, kräftig, aber leicht rosa gebraten. Saure Gurke, Cheddar-Käse, knuspriger Bacon, Ketchup, Deckel drauf. Dazu irgendeine kalte, nicht zu gesunde Limo oder Cola. Ende. Könnt ich dreimal die Woche essen und mir wäre es nicht über.

Gratinierter Fenchel

schmecken

Eine wunderbare Beilage zu Fisch und Geflügel. Ratzfatz: Stiele vom Fenchel abschneiden, Knollen vierteln und in Salzwasser vorkochen und in eine ofenfeste Form geben. Tomatenwürfel, gehacktes Fenchelgrün, Zitronenabrieb, Parmesan, Salz, Pfeffer und Olivenöl mischen und über den Fenchel geben. Obendrauf noch ein paar Semmelbrösel und Butterflocken. Und ca. 20 min. in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen. Lauwarm schmeckt das am besten.