Der perfekte Burger

schmecken

*RANT* Wenn man wissen will, wie es in der Breite um den kulinarischen Horizont der Deutschen bestellt ist, dann kann man den besonders gut anhand einer aktuellen Seuche bestimmen, auch und besonders hier in München: Burgerläden. Jeder dritte, tätowierte Gastro-Hipster zieht sich schwarze Gummihandschuhe an und baut in einem Bar-Ambiente, bei dem man sich nicht entscheiden konnte, ob man nun schick oder funky sein will, und deshalb beides nicht hinkriegt, irgendwelche Burger. Zwanzig verschiedene Varianten, gerne mit Berg- oder Blauschimmelkäse, Avocado, Miso, Kimchi oder, am allergeilsten: Gleich mit Wagyu und (natürlich industrieller) Trüffel-Majo. Oder ganz vegan. Mit mindestens drei Brotsorten und zehn Soßen zur Auswahl. Für 15 Euro das Stück, zuzüglich der unvermeidlichen Süßkartoffel-Pommes. Dazu gibt’s dann, auch für mindestens 15 Euro, Cocktails. Die Läden brummen in der Regel nach Eröffnung für ein paar Wochen, Monate, vielleicht auch ein, zwei Jahre, dann ist Schluss. Das Klientel hat vermutlich keine Ahnung von Essen, aber Burger, ja die kennt und versteht man. Aber da wir uns für was besseres halten, geht natürlich kein normaler, ordinärer Burger irgendwo am Grill, neeeiiinn, für uns muss es natürlich was Besonderes sein. Mainstream-Entsprechung: Hans im Glück. Die Vorhölle, höchstens noch übertroffen von Vapiano. Mit Freude erfüllt mich, obwohl ich niemandem, auch den Betreiber*innen von Hans im Glück-Filialen keineswegs den wirtschaftlichen Ruin wünsche, dass dieser bei uns im Münchner Westend gerade dicht machen musste. Vermutlich aber zugunsten des 20sten vietnamesischen Restaurants mit Bar-Atmo (nix gegen vietnamesiche Küche, gell, aber auch so ein Trend, von dem ich meine, es ist langsam mal genug). *RANT zu Ende*

Jetzt nochmal ohne (zugespitzten) Groll: Ich liebe Burger. Hier kommt die positiv Liste. Heisst: Für mich (!) isses das. Mehr oder andere Sachen mögen schmecken. Aber sie machen nichts besser, nur anders.

Von unten nach oben: Gutes Sesambrötchen, bisschen Senf, gutes, sparsam gewürztes, möglichst abgehangenes und grob gewolftes Rindfleisch, kräftig, aber leicht rosa gebraten. Saure Gurke, Cheddar-Käse, knuspriger Bacon, Ketchup, Deckel drauf. Dazu irgendeine kalte, nicht zu gesunde Limo oder Cola. Ende. Könnt ich dreimal die Woche essen und mir wäre es nicht über.

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