Indisches Feierabend-Curry (Basisrezept)

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Die Basis für dieses Curry hat mir tatsächlich ein alter Inder verraten. Ich habe oft mit ihm zusammen gesessen, er ist hauptberuflich Koch, fuhr aber bis vor ein paar Jahren im Münchner Westen auf einem klapperigen Mofa noch die Abendzeitung aus. Es ist keine bestimmte der sicher tausenden Curry Variationen, die es in Indien gibt. Aber eine einfache, schnelle Basis, die man in maximal 30 Minuten mit sehr wenigen, leicht zu beschaffenden Zutaten hinbekommt und super abwandeln kann – mit Fisch, wie hier bei mir, Fleisch, Gemüse oder Käse. Und ich glaube: Wer das einmal macht und merkt, wie leicht das geht, der übernimmt das Rezept dauerhaft in seine Küchen-Standards. Macht doch mal!!!

Noch etwas zum Foto: Ich denke oft darüber nach, welchen (verzerrenden) Stellenwert Bilder in unserer kulinarischen Sozialisation heute haben. Ein berühmter Gastronom sagte mal, sie seien die „härteste Währung in dem Geschäft“. Etwas, das nicht Instagram-able aussieht, ist es auch nicht wert, gekocht oder gegessen zu werden. Was für ein Unsinn. Ich will da nicht unendlich mitmachen. Deshalb gibt’s dieses, wie auch schon einige andere Rezept-Fotos, einfach von meiner Arbeitsfläche in der Küche, ohne irgendwelches zusätzliches Licht, natürlich unbearbeitet (abgesehen von Helligkeit, Kontrast und ein bisschen Sättigung) und, wie immer, einfach nur mit dem Handy geknipst.

Ich gebe mir ausnahmsweise mal Mühe, die Mengen halbwegs klar wiederzugeben. Die Soßen Basis reicht für zwei, drei Personen:

Eine große, milde Zwiebel sehr fein würfeln und in einer Pfanne mit einem guten Esslöffel Butter zehn Minuten lang langsam ganz weich dünsten. Einen Esslöffel gutes Currypulver, einen Teelöffel Zucker und einen halben Teelöffel Salz dazu geben und ein bisschen mitbraten. Einen Esslöffel Tomatenmark dazu und nochmal ein, zwei Minuten weiter schwitzen. Eine große Tasse Wasser dazu, umrühren und nochmal fünf Minuten köcheln lassen. Schließlich einen Becher Sahne dazu (oder einen halben, oder pflanzliche Sahne, wenn man vegan bleiben will) und noch einen Moment köcheln lassen. Abschmecken: Salz, Chiliflocken, mehr Currypulver, etwas Limettensaft und / oder Zucker.

In diese Soßen Basis kann man jetzt hineingeben, was man will. Ich finde es einfacher, diese Zutat(en) separat anzubraten und dann in die Soße zu geben. Das ist un-indisch, aber funktioniert. In meinem Fall: Gewürfelter Seelachs (aufgetaute TK Ware vollkommen ok), mit Currypulver und Salz gewürzt, ein paar Minuten in Butter gebraten und dann einfach mit in die Soße. Auf die Art kann man das mit vielen Dingen machen: Blumenkohl, (Süß)kartoffel, Kürbis. Hühner- oder Lammfleisch. Anderen festen Fisch oder Garnelen. Oder, ganz einfach und direkt ohne Anbraten in die Soße: Eine Hand voll jungen Spinat, eine Dose Kichererbsen oder Linsen oder gewürfelten Panir (indischen Käse).

Noch eine Sache zur Würzung: Diese Basis erst mal gar nicht scharf (es sei den im Currypulver ist viel Chili), ich finde immer, man kann die Schärfe am Schluss mit Chiliflocken so hoch schrauben, wie man will, ebenso das Salz, aber ich fange immer gerne niedrig an, denn raus bekommt man es nicht mehr. Wer gleich mehr Power will, schwitzt am Anfang frische Chilischote und frischen Ingwer mit. Und eh, was er oder sie mag, das Ganze ist hier einfach als minimal-Basis gedacht, die schmeckt und funktioniert, und aus der man machen kann, was man will. Für mich gab es obendrauf frischen Koriander, einfach, weil ich ihn da hatte und gerne mag.

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