Winterpasta: Rigatoni mit Mangold und Büffelmozzarella

Allgemein, schmecken

Eine winterliche Pasta mit Charakter, aus nur ein paar Zutaten: Leicht bitterer, würziger Mangold, kräftiger, cremiger Büffelmozzarella gute Pasta und nicht viel mehr. Klar, ein paar Kirschtomaten, Salsiccia, Sardellen oder Peperoni hätten auch noch dazu gepasst. Aber mir ging es ganz bewusst um die Reduktion und ich fand’s himmlisch.

Open Philly Cheese Steak 23 Uhr

Allgemein

Nachts vor dem offenen Kühlschrank, wenn keiner dabei ist und zuschaut, essen wir das, worauf wir WIRKLICH Bock haben. Vor allem unter den Nachwirkungen einer zehn (!) Stunden andauernden Videokonferenz, vor der man zu busy und nach der man zu aufgekratzt war, etwas zu essen. Vom Feinschmecker zum Grobschmecker. Und, ach, ist sowas dann geil: Stück Ciabatta aufschneiden und in der Pfanne anrösten. Rindersteak salzen und zusammen mit einer grob geschnittenen Zwiebel medium rare braten. Fleisch kräftig pfeffern aus der Pfanne, Zwiebeln mit einem Schuss Wein oder Bier ablöschen – halt mit dem, was man gerade trinkt. Fleisch in dicke Streifen schneiden, auf das Brot geben, Zwiebeln drauf und im Ofen mit maximaler Oberhitze fünf Minuten dick mit Scheibletten (richtiger Käse keine Option!) überbacken. Ketchup drauf. Reinbeißen. Rumkleckern.

Kneipentour im Lockdown

Allgemein, fühlen

1:1 letzte Nacht geträumt: Eine mittelgroße, graue Stadt in NRW. Später Nachmittag. Corona Lockdown. Ich bin für irgendeinen Abend-Job da. Trommeln. Mit irgendwem, irgendwo. Zu meiner Überraschung haben aber die Kneipen auf. Und die Restaurants. Was ich mir seit einem Vierteljahr sehnlichst wünsche: Ein Bier vom Fass. In einem schönen Glas. Von einer netten Bedienung gebracht und vor mir auf einen Bierdeckel hingestellt. Nur eins. Ich muss ja noch spielen. Die erst beste Kneipe. Verraucht. Nicht schlimm. Aber an jedem Tisch brutal aussehende, wirklich unangenehme Typen mit Glatze. Vielleicht besser nicht. Weiter. Nächster Laden. Schick. Ein bisschen zu schick. Ich schaue an mir runter. Ich trage enge, blaue Shorts, die nicht mal über die Knie reichen. Und ein weißes, zu enges T-Shirt mit Flecken drauf. Eine der aufgedonnerten Bedienungen mustert mich kurz von oben bis unten. „Schick.“ sagt sie angewidert. Bloß raus. Der nächste Laden: Nicht zu nobel für mein abgerissenes Äußeres. Zapfanlage hinter dem Tresen. Ich suche ewig nach einem freien Platz. Klemme mich schließlich hinter einen wackeligen Hochtisch mit ebensolchem Barhocker. Kann doch nicht so schwer sein. Die Bedienung bringt mir gleich zwei große Biere. Dann riecht sie kurz an dem einen. Und dann dem anderen. Und verzieht das Gesicht. „Die sind irgendwie verdorben, ich nehme die wieder mit.“ Verdammt. Die Zeit wird knapp. Dann: Brauhaus Dingsbums. Dunkles Holz. Reichlich Platz. Nette Leute. Die Bedinung bringt ein Bier. Ein kleines. Ein Warsteiner. Mit einer halben Zitronenscheibe drin. Und zusammengefallenem Schaum. Ich stehe auf. Und gebe auf.

Ich will nicht (mehr) Restaurant spielen

Allgemein, schmecken

Unsere Mütter und Großmütter galten mehrheitlich als gute Köchinnen. Jeder von uns hat ein paar Gerichte im Sinn, die keine besser konnte, als sie. Rindsrouladen, Eintöpfe, Kartoffelsalat, Fleischpflanzerl. Zu ihrer Zeit reichte es, vielleicht zwanzig Gerichte toll zu beherrschen, um als gute Köchin zu gelten. Zu Recht. Denn was man kochte, wurde oft in der Familie weiter vererbt und der Einfluss von außen hielt sich lange in Grenzen.

Das hat sich heute, ich meine in wunderbarer Weise, geändert. Ich empfinde es als ein absolutes Geschenk, welche Produkte und Gerichte man sich heute nach Hause holen kann. Und wie man die Welt über YouTube, Netflix, Kochseiten, Bücher und Shows entdecken kann. Doch mit dem Überfluss kommt auch der Stress. Und Stress, sowohl auf Seite der Kochenden, als auch auf der der Esser*innen ist der natürliche Feind des Genusses.

Ich will das gar nicht anprangern. Bloß nicht. Nichts gegen Ambitionen. Aber je älter ich werde und je mehr ich koche, umso mehr habe ich das Bedürfnis, dass sich alle entspannen. Ich beim Kochen, der ich nicht abliefern und beeindrucken, sondern einfach nur leckeres und ein bisschen hübsches Essen kochen will. Und, noch viel mehr, die Menschen, für die ich koche. Die sicher immer gerne essen, aber oft nicht solche Foodies sind, wie ich, und die sich gelegentlich immer noch als kulinarische Underachiever fühlen, so sehr ich das auch verneine.

Dem entgegen steht die Eventisierung von Kochen als Wettbewerb. Hobbyköche am Rande des Nervenzusammenbruchs, auf der idiotischen, weil unmöglichen Suche nach Sterneniveau. Daheim geht es nicht um eine Performance. Sondern vielmehr um die einfachen, guten Sachen, egal ob Deutsch, Pasta oder Wok. Und ich meine, die Menschen, für die man kocht, sollten immer wichtiger sein, als das Essen selbst. Und der Geschmack sollte immer über der Instagram-ibilität eines Gerichtes stehen.

Das beherzige ich jetzt schon eine Weile. Das ist nicht der einzige Weg, jeder soll basteln und pürieren und schäumen, wie er oder sie mag. Aber ich will nur noch lecker, und so, wie ich mag. Und mich auf meine Leute freuen und einlassen. Und nicht mehr Restaurant spielen.