Buch „Wie die Auster ins Stüberl kam“ jetzt erhältlich!

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Ich freue mich wirklich sehr, diese schöne Nachricht mit Euch, meinem kleinen, aber wirklich außerordentlich feinen Leser*innen-Kreis zu teilen: Mein Büchlein „Wie die Auster ins Stüberl kam“ ist ab sofort als Print on Demand Exemplar bestellbar. Softcover, 100 Seiten. Es enthält eine, überarbeitete, Auswahl der aus meiner Sicht gelungensten kleinen Geschichten, die ich über die letzten fünf Jahre (auch) in diesem Blog veröffentlicht habe. Ausgangspunkt ist immer ein Geschmack, Geruch oder eine Erinnerung an diese. Zum Teil 1:1 eins erlebt, zum Teil ausgeschmückt, manchmal auch komplett ausgedacht. Über Weißbier-schwangeres Austern-Essen, Weihnachten in Venedig, die Chronologie eines sehr speziellen Kneipen-Gigs, ein Schlachtfest am Rennsteig, Eremiten im Plattenbau, Sushi in Suhl und vieles mehr. Ich meine, das sind über weite Strecken einfach schöne, leichte Texte, die ein wenig unterhalten und inspirieren – und mehr soll es auch gar nicht sein. Und da das Büchlein wirklich komplett in Eigenregie entstanden ist, ist natürlich auch nichts daran oder darin perfekt. Aber das ist mir Wurscht. Ich wünsche Euch jedenfalls viel Freude damit.

Bestellbar ist das Buch ab sofort für 14,99 € auf Bookmundo unter diesem Link (Lieferzeit, da Print on Demand ca. 5 Tage) und auch auf Amazon und im Buchhandel unter der ISBN 9789403644349.

Music is back, motherfuckers!

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Ich weiss nicht mehr, wann ich das letzte Mal derartige Freude empfunden habe, wie bei dem Konzert von Chilly Gonzales im rappelvollen (!) Prinzregententheater München gestern Abend. Was für ein Typ, was für eine Dramaturgie, was für ein Witz, Charme, Charakter, Geist! Es beginnt ganz leise, zum Ende hin explodiert die Musik. Alle flippen aus. Nach dem Konzert kurzer Schnack Backstage. Der große, wilde Kerl strahlt, leuchtet vor Energie und Adrenalin, schweißgebadet und glücklich. Und nicht nur Gonzo ruft es an diesem Abend euphorisch von der Bühne, sondern auch ich begreife und fühle: MUSIC IS BACK, MOTHERFUCKERS!!!

Heores just for one day

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Seit über dreißig Jahren mache ich Musik. Seitdem ist kaum eine Woche, und sicher kein Monat vergangen, in dem ich nicht hinter dem Schlagzeug gesessen habe. Ich hab Rock gespielt und Blues, und Jazz, und Ska, und Weltmusik, Top 40, Oldies, Partymusik, einfach alles, was ging und mich interessiert hat. Doch es ist auch nicht so leicht als ambitionierter Amateur. Ich habe neulich mal überschlagen, dass ich in diesen gut 30 Jahren vielleicht 30, maximal 40 Gigs gespielt habe, die richtig geil waren. Und eine Vielzahl Gigs, bei denen man sich mit allen möglichen Umständen arrangieren musste: Winzige Bühnen, katastrophaler Sound, keine oder nur besoffene Leute da, ätzende oder abwesende Veranstalter. Viele von diesen Gigs ließen sich retten, man lernt, auch unter schlechten Bedingungen noch etwas Brauchbares abzuliefern. Aber es nervt. Und dann gibt’s diese Gigs, bei denen einfach alles passt. Einer davon war ganz sicher der auf der Sommerbühne im Münchner Olympiastadion mit MAILÄNDER. Im Corona Jahr 2020 hatte die Stadt diese wunderbare Reihe auf die Beine gestellt und ziemlich auf den Tag vor einem Jahr waren wir dann mit dabei. Riesige, unfassbar coole Bühne direkt unter dem legendären Glas-Dach, ein Bühnensound, der echtes Rockstar-Feeling aufkommen ließ, grandioses Licht, lauter nette Leute vor, hinter und auf der Bühne und einfach das größte Glücksgefühl, dass ich kenne im Leben: Mit tollen Musikern und guten Freunden gut zu spielen und andere wirklich mitzureißen. Zur Feier des 1-Järhigen dieses Gigs (übrigens der erste in dieser Besetzung) gibt’s jetzt ein schickes Live-Video. Kochen, das ist Hobby und Lebensmittel. Aber Musik, das ist Leidenschaft und Lebens-Mittelpunkt.

Fragment: Ein Tipp

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Er rollt und schlingert mehr, als das er fährt. Sein Fahrrad knärzt und klappert, als er den staubigen Hang herunter eiert. Die Sonne brennt. In der Ferne ragen schmutzig braune Felswände in den Himmel. In der Senke vor ihm liegt eine graue, von der Hitze versengte Stadt. Er kennt weder den Weg zurück, noch weiß er genau, wo er ist. Er steigt ab, schiebt sein Rad durch verlassene, von Dreck speienden Betonhäusern gesäumte Straßen. Es ist Sonntag, alles ist dicht, die Stadt stöhnt in der Mittagshitze. Vor einem Fenster eines Flachbaus stehen ein paar Männer an. Beim Näherkommen erkennt er, dass eine dicke Frau auf einem Gill Hamburger brät. Er hat Angst und schwitzt. Aber er hat auch den ganzen Tag lang noch nichts gegessen. Also stellt er sich in die Schlange. Immer wieder schieben sich neu dazu gekommene Typen feindselig und demonstrativ vor ihn. Irgendwann wird es ihm zu bunt. Er sagt „hey!“. In dem Moment, in dem der Laut des halbstarken Protests seinem Mund entfährt, wünscht er sich schon, er möge wieder dorthin zurück kriechen. Runterschlucken, drin behalten. Doch zu spät. Ein kleiner dünner Mann in Jeans, T Shirt und einem weißen Jackett zischt ihn an: „So so, neu hier und gleich vordrängeln, ja?“ Er: „Ich, wollte, doch, also, Entschuldigung. Können sie mir vielleicht irgendeinen Tipp geben, wie man hier besser zurecht kommt?“. Der Typ verzieht keine Mine. „Du willst einen Tipp? Ich geb dir einen Tipp.“ Blitzschnell zückt er ein dünnes, langes Messer und zieht es ihm über den Handrücken. Blut schießt aus dem Schnitt. Er sieht zu, das er Land gewinnt.

Fragment: Bierglas umgeworfe.

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Ich will versuchen, hier ein bisschen literarischer zu werden. Doch mir fehlt der lange Atem, zum ebensolchen Text. Und oft finde ich, dass mit einem guten Satz schon alles gesagt ist. Deshalb gibt’s ab jetzt Fragmente, ich kann hier schließlich machen, was ich will.

Fragment: Bierglas umgeworfe.

Er hat verschüttet Bier und schäm sich so. Andere Leute mach viel größer Sauerei und schäm sich überhaupt nicht. Eigentlich er müss Bundeskanzler werde.

Isar oder Spree

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München und Berlin. Beides Blasen. München erdet mich irgendwie, obwohl ich weiß, dass das eine Illusion ist. Musikalisch langweile ich mich oft. Alles zu satt. Berlin kickt mich. Aber der Hunger kann einen auch auffressen, besonders, wenn man zum Exzess neigt. Ich denke, ein paar Nischen und Ritzen gibt es überall. Das scheinen mir die Orte, an denen die ganz guten Sachen passieren. Man muss sie halt finden (wollen). „There’s a crack in everything, that’s where the light comes in.“.

Samma wiada guad

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Ich bin gerade sehr zufrieden: Am Nebentisch in der Kneipe hat sich eine Runde von vier Arbeitskollegen zum Thema Corona lautstark fast die Köpfe eingehauen. Ganz harter, scharfer, unversöhnlicher Ton. Jede(r) hatte gute Argumente aber es wurde bestimmt eine halbe Stunde lang immer schärfer und lauter. Mir war danach, mich kurz dazu zu setzen, anzumerken, dass es toll sei, zu streiten, aber man möge sich doch darauf besinnen, den / die Andere(n) auch noch lieb zu haben und mal miteinander anstoßen. Ein bisschen Überraschung über meinen Vorstoß, aber dann doch Einlenken und Anstoßen. Und jetzt, oh Glück, viel leiserer, weicherer Ton, Lachen, „I würd doch ned mit dia diskutiern wenn i di ned meng dad.“ Ich muss grinsen, die Runde merkt’s und prostet mir zu. So ist das schön. Ich diskutiere sehr gerne mit Leuten, die Sachen anders sehen, als ich (außer mit Rechten, ich hab’s versucht, es bringt einfach nix). Aber dann lasst uns eben nicht vergessen: Nur weil einem jemand nicht zustimmt, ist er nicht per se ein blöder Arsch.