Trommeln!

spielen

Seit 35 Jahren ist kein Monat vergangen, in dem ich nicht hinter irgendeiner Art von Schlaginstrument gesessen habe. In nassen, kalten, schimmeligen Kellern, einem hübschen Altelierhaus, diversen Schulen, einer Lagerhalle zwischen lauter Traktoren, in Metallkontainern, gleich zwei Waschsalons, in Industrie-Brachen. Und jetzt in meinen kleinen, aber tollen Proberaum im Münchner Westen. Man könnte sagen, Trommeln gehört zu meinem Leben. Und zu mir. Wenn ich das nicht tun kann, fehlt mir etwas. Es ist eine Art, mich auszudrücken. Es hat eine physische Komponente, die ich brauche. Und es kann eine Kraft haben, wie wenige andere Dinge. Dann kann man wirklich drin abtauchen und alles andere ausblenden. In letzter Zeit gelingt mir das besonders gut. Drei, vier Mal die Woche sitz ich jeweils ein paar Stunden am Set. Und irgendwie ist das, wie mit den paar anderen Sachen, die ich so mache: So richtig gut geht’s echt nur mit Leidenschaft, Hingabe. Und dann kommt auch was zurück. In der Musik, beim Schreiben, beim Kocheh und im Leben.